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Hinweise zum Umgang mit der Corona Pandemie


3. November 2020

Am Freitag vor dem Reformationstag hatte ich im Bautzner Dom das Friedensgebet zu halten, während gleichzeitig eine Videokonferenz mit Bischof und SuperintendentInnen angesetzt war. Gleich im Anschluss an das Gebet habe ich mich daraufhin noch im Dom in die Konferenz eingeschaltet. Es war für mich faszinierend, welche Wirkung das auf mich gehabt hat.

Welche Zeiten und Krisen spielten sich über die Jahrhunderte um den Dom ab? Viele davon weitaus bewegender als die unsere. Wieviel Menschen sind wohl mit Sorgen und Nöten in dieses Gebäude gegangen und von Gott getröstet worden? Diese Gedanken haben all das was ich erlebe ein Stück weit relativiert.

Mir kommt ein Satz aus dem 2. Timotheusbrief in den Sinn

“Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.”
2.Timotheus 1,7

3 Gedanken will ich daraus ableiten, die unser Handeln bestimmen sollen.

  • Als Christinnen und Christen sind wir darauf angewiesen, Orte zu haben, in denen wir Gott begegnen.

  • Als Christinnen und Christen werden wir in dieser Zeit als Hoffnungsträger gebraucht.
    Statt Pessimismus dürfen wir Zuversicht verkünden.

  • Unser Handeln ist von Liebe bestimmt. Dies prägt unseren Umgang miteinander, aber auch unser Verhalten gegenüber Bedürftigen und Schwächeren.

Als Christinnen und Christen agieren wir nicht luftleeren Raum, sondern sind ein (wichtiger) Teil des Landkreis Bautzen. Wie alle anderen tragen wir Verantwortung dafür, dass sich das Virus nicht weiter und vor allem nicht unkontrolliert ausbreitet. Gleichzeitig können wir durch die uns von Gott geschenkte Zuversicht aber auch Besonnenheit in die Welt tragen.

Die von der Landeskirche angeordneten Regelungen stehen für mich gut im Einklang mit diesen Gedanken und ich bin froh, dass auch von staatlicher Seite unser Bedürfnis, Gottesdienste zu feiern, wahrgenommen wird.

Superintendent Tilmann Popp

Hier finden Sie die von der Landeskirche zusammengefassten Regelungen, die für den Kirchenbezirk gelten:

Maßnahmen in Gottesdiensten und Veranstaltungen

Die durch die Staatsregierung erlassene Corona-Schutzverordnung vom 30. Oktober 2020 gilt ab dem 2. November 2020 im gesamten Bereich des Freistaates Sachsen. 

Dies bedeutet für unsere Landeskirche jetzt: 

  • Das Gebot der Kontaktbeschränkung muss verantwortlich umgesetzt werden. Nur so lassen sich die Zahlen der Neuinfektionen wirkungsvoll begrenzen. 
  • Folgende Maßnahmen sind in allen Gottesdiensten und Veranstaltungen umzusetzen:
    • Einhalten des Mindestabstandes von 1,5 Metern in allen Gottesdiensten und Veranstaltungen
    • durchgängiges Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (ausgenommen hiervon sind nur die liturgisch Handelnden bzw. Sprechenden, gemeint sind damit Einzelpersonen; auf die Mindestabstände zu anderen Menschen ist dabei zu achten)
    • personenbezogene Kontaktdatenerfassung und deren (vor dem Zugriff Dritter geschützte) Aufbewahrung für einen Monat (sofern Sie nicht die Teilnehmendenkarte der EVLKS nutzen, achten Sie bitte darauf, dass die Kontaktnachverfolgung folgende Angaben beinhalten muss: Name, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, Postleitzahl).
    • Vorliegen und Umsetzung eines schriftlichen Hygienekonzeptes mit darin ermittelten maximalen Belegungszahlen unter Einhaltung der 1,5 m Abstand und Benennung eines Ansprechpartners für die Einhaltung des Hygienekonzeptes für jeden Gottesdienst und jede Veranstaltung 
    • allgemeine Hygiene-Maßnahmen und regelmäßiges Lüften von Räumen
  • Das Abendmahl sub una (nur Hostie) kann dort gefeiert werden, wo es seelsorglich erforderlich ist.
  • Kirchliche und weltliche Trauerfeiern finden unter Beachtung der oben genannten Regeln statt. Bei kirchlichen Trauerfeiern – sowohl auf kirchlichen als auch auf weltlichen Friedhöfen – ist die Kirche Veranstalter und hat für die Umsetzung des Hygienekonzeptes zu sorgen. Bei weltlichen Trauerfeiern auf kirchlichen Friedhöfen hat der jeweilige Veranstalter (Angehörige, Bestatter) für die Umsetzung des kirchlichen Hygienekonzeptes zu sorgen.
  • Kirchen sollen – wo möglich – regelmäßig für einzelne Besucher/-innen geöffnet sein.
  • Christenlehre und Konfirmandenunterricht können unter Beachtung der oben genannten Regeln und in verantwortlichen Formaten stattfinden. Bei allen Angeboten muss im Einzelfall geprüft werden, ob und wie diese durchgeführt werden können. Zur Jugendarbeit verweisen wir auf die Hinweise des Landesjugendpfarramts.
  • Sitzungen kirchlicher Gremien (z.B. Kirchenvorstand, Kirchenbezirksvorstand, Dienstbesprechungen etc.) sind Leitungstätigkeit bzw. Arbeitssitzungen und sollen daher stattfinden, wenn möglich als Videokonferenz.
  • Sonstige Zusammenkünfte in kirchlichen Räumen, die der Religionsausübung dienen, sind daraufhin zu prüfen, ob sie notwendig und zu verantworten sind. Es ist auch zu prüfen, ob sie in anderen Formaten und Formen (Treffen von einzelnen Mitgliedern, digital, etc.) organisiert werden können.
  • Seelsorge-Besuche in Alten- und Pflegeheimen und Krankenhäusern sind möglich und sollen entsprechend der örtlichen Besucher- und Hygienekonzepte durchgeführt werden.

Als Kirche für Menschen da sein

Mit den neuen Maßnahmen ergibt sich für sehr viele Menschen in Sachsen eine neue – für viele auch schwierige – Situation. Nicht wenige Menschen sind beruflich von den Einschränkungen betroffen, alle zusammen sind wir es in unserem Freizeitverhalten und den Möglichkeiten der Begegnung mit anderen eingeschränkt. Hier gilt es als Kirche in den nächsten Wochen sehr genau hinzuschauen, wo es Menschen schlecht geht, wo sie Trost und Unterstützung brauchen, was wir für eine positive Grundstimmung in unseren Orten tun können oder einfach nur, wie wir Menschen für einen Moment etwas Gutes tun und für die nächste Zeit Zuversicht schenken können. Unser Glaube gibt uns Gottvertrauen und das können und sollten wir mit vollen Händen weitergeben. Seien Sie also kreativ im erneuten Überlegen, wie Kirche anders als sonst auf Menschen zugehen kann.

Konzentration auf das Wesentliche

Wir machen Ihnen Mut, dass Sie in Ihren Kirchgemeinden darüber beraten, was bei Ihnen vor Ort in den nächsten Wochen wichtig und wesentlich ist und wo Sie als Kirchgemeinden gebraucht werden. Vor diesem Hintergrund kann ein Besuch beim Bürgermeister oder anderen Verantwortungsträgern mit der Frage, was diese sich von der Kirchgemeinde wünschen würden, oder ein Besuch bei einer von der Schließung betroffenen Einrichtung (Gaststätte, Hotel,…) vielleicht eine wichtigere Aufgabe sein als ein traditionelles Angebot, zu dem unter Umständen die Hälfte der Personen angesichts der Lage nicht kommen würde. Überlegen Sie auch, wie Sie in der dunklen, kalten Jahreszeit ältere, einsame oder kranke Menschen erreichen können. Kann man ggf. als Kirchgemeinde im Ort Kontaktgemeinschaften organisieren, wo Menschen bestimmte Leute regelmäßig anrufen und sich um sie kümmern?

Es geht also wieder einmal darum, neu zu fragen, welche Aufgabe wir als Kirche derzeit haben – diese Frage ist gut und wichtig. Sie kann dazu führen, dass manche Dinge gelassen werden, dafür aber andere hinzukommen.

Weitere Informationen unter:

https://engagiert.evlks.de/mitteilungen/zum-umgang-mit-der-coronavirus-pandemie/