Meru-Süd-Distrikt Tansania

Nominierung für den Deutschen Engagementpreis

Die AG Tansania unseres Kirchenbezirkes erhielt im Oktober den Sächsischen Bürgerpreis 2020 für die Kategorie „Global denken – lokal handeln“ (Welt) für das Projekt „Schulrucksack für Tansania“.

Jetzt hat AG Tansania die Chance bei der Preisverleihung des Deutschen Engagementpreises am 2. Dezember 2021 in Berlin ein weiteres Mal geehrt zu werden. Auf die Gewinnerinnen und Gewinner der fünf Kategorien Chancen schaffen, Leben bewahren, Generationen verbinden, Grenzen überwinden und Demokratie stärken warten Preisgelder in Höhe von je 5.000 Euro. Über den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis stimmen vom 9. September bis 20. Oktober 2021 die Bürgerinnen und Bürger ab unter http://www.deutscher-engagementpreis.de.

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Nominiert werden können alljährlich Preisträgerinnen und Preisträger anderer Engagementpreise in Deutschland. Der Deutsche Engagementpreis würdigt das freiwillige Engagement von Menschen in unserem Land und all jene, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen unterstützen. Ziel ist es, die Anerkennungskultur in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern.

Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Experten und Wissenschaftlern. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung.

Im Juni 2021 waren für einige Tage Gäste aus Deutschland/Bautzen in unserer Partnerregion Meru Süd in Tansania unterwegs und haben den Partnern Grüße zu der nun schon 25 Jahre bestehenden Partnerschaft überbracht.

Seit 1996 pflegen wir eine Partnerschaft zum Kirchenkreis Süd (Jimbo la Kusini) in der tansanischen Diözese Meru. Bischof ist seit 2017 Elias Kitoi Nassari.
Der Kirchenkreis liegt südlich des zweithöchsten afrikanischen Berges Mt. Meru. Es ist ein Gebiet in der Trockensavanne. In vielen Orten herrscht Wassermangel. Die Bewohner leben vom landwirtschaftlichen Anbau. Die Region wird seit Jahren immer wieder von schlimmen Dürrekatastrophen heimgesucht.
Unsere Projekte der Partnerschaft werden zwischen den beiden Partnerkomitees in Meru und Bautzen abgesprochen. In der Regel helfen wir ergänzend. Eine Grundleistung wird meist von unseren Partnern in Tansania erbracht. Da aber eine Partnerschaft vor allem von der Begegnung lebt, besuchen wir uns regelmäßig.
Die verschiedenen Projekte werden durch die Kirchgemeinden im Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, durch Institutionen und durch viele Einzelpersonen regelmäßig unterstützt.

Bischof Elias Kitoi Nasari (Mitte)
Der Posaunenchor

Auswahl der realisierten Projekte seit 1998

• für Pfarrer und Evangelisten wurden 25 Fahrräder in Tansania finanziert.
• 2002: Erwerb und Aufbau einer Maismühle in Kikatiti
• Aufbau von zwei Krankenstationen in Valeska und Kikatiti. Fertigstellung 2007. Solaranlage in Valeska 2008. Neue Akkus für die Stromversorgung der Krankenstation Valeska im Oktober 2013, damit auch nachts Erste Hilfe, Krankenversorgung oder Entbindungen bei Licht möglich sind.
• Wellblech und Dachsparren für Dächer an mehr als 20 neugebauten Kirchen und Schulen
• seit 2016 regelmäßig Schulspeisungsaktionen für Grundschüler in den Dürregebieten
• Bau von zwei Brunnen und insgesamt ca. 20 km Wasserleitung
• seit 2017: Unterstützung beim Aufbau eines Posaunenchores im Meru-Süddistrikt, Spenden für Trompeten

Schulprojekte

„Secondary School Usa River“ – 1. Integrationsprojekt für Schüler in der Meru-Diözese
Um Jugendliche aus der Region für ein gelingendes Miteinander mit körperlich behinderten Menschen vorzubereiten und die Möglichkeit zu schaffen, miteinander zu lernen, entstand 2012 in Absprache mit der Diözese und dem ev.-luth. Rehabilitationszentrum die Idee für das erste inklusive Schulprojekt, in dem Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam leben und lernen.
Der Schulbetrieb startete nach Fertigstellung der Chemie- und Physikkabinette 2018.
Elf Schüler aus dem Meru-Süddistrikt erhalten ein Stipendium für die dreijährige Ausbildung an dieser Schule. (s. Fotos)

Berufsschulzentrum Emanuel
Ziel ist es, dass im Berufsschulzentrum Emanuel jeweils 80 Jungen und Mädchen eine Chance auf eine zweijährige Berufsausbildung erhalten.
Die Anforderungen der tansanischen Schulbehörde zur Ausstattung der Schule sind höher geworden, deshalb müssen Schulräume von den Partnern erneuert und erweitert werden. (Foto unten rechts)

Savanna-Grundschule
Beim Besuch der Savanna-Grundschule konnten wir uns über den sachgerechten Einsatz der Mittel überzeugen. Die Grundschule wurde von Studenten/Lehrlingen aus Emanuel gebaut. Das Dach wurde vom Goethe Gymnasium Bischofswerda finanziert und konnte 2011 übergeben werden. 2012/13 wurde das Gebäude innen und außen verputzt. Die fehlenden Lehrertische und Fenster wurden als Praxisarbeit in den Werkstätten des ev.-luth. Rehabilitationszentrum Usa River gefertigt und wurden auch mit Hilfe einer Spende der Grundschule Kirschau finanziert.

Schulküchen / Schulspeisungsaktion

Durch die anhaltende Trockenheit im Meru-Süddistrikt konnte seit langem nicht geerntet werden. Der Boden ist völlig ausgetrocknet und staubig, die Menschen hungern und kämpfen um das Überleben. Die Familien wissen nicht mehr, wie sie für ihren Lebensunterhalt sorgen sollen. Lebensmittel sind teuer wie nie zuvor, es fehlt das Geld. Unsere Partner sorgen sich darum, dass die Schüler an 31 Grundschulen eine kleine Portion Mais und Bohnen erhalten. Das ist für viele die einzige Mahlzeit am Tag.
Damit das Überleben von mehr als 18.000 Schülern gesichert werden kann, unterstützen wir diese Schulspeisungsaktion. Gemeinsam können wir vielen Kindern helfen.

Rucksack-Aktion

Wir wollen die Freude am Lernen unterstützen und beschenken seit 2006 jeden der jährlich rund 4.000 Schulanfänger im Partnerkirchenkreis Meru in Tansania mit einem gepackten Schulrucksack. Im Rucksack ist das Startmaterial für die 1. Klasse, was viele Familien nicht bezahlen können.
Durch diese Aktion wird Kindern Bildung ermöglicht und sie haben eine Zukunftschance. Der blaue Schulrucksack hat in unserem Partnerkirchenkreis den Stellenwert einer Zuckertüte bei uns.

Material für Partnerschaftssonntag

Für den Tansania-Partnerschaftssonntag gibt es auch in diesem Jahr ein vom vom Leipziger Missionswerk erstelltes Materialheft unter dem Motto „Gesundheit ist wichtiger als Reichtum“. 
Inhalt ist eine Einführung zu den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden, Berichte von tansanischen und deutschen Autor*innen, die im Gesundheitsbereich tätig sind, Bausteine für die Gemeindearbeit sowie einen Entwurf für einen coronabedingt kurzen Gottesdienst.
Zum Herunterladen: https://www.leipziger-missionswerk.de/angebote/tansania-partnerschaftssonntag-rogate.html


Spenden

Spenden für die Arbeit sind sehr willkommen. Sie werden entsprechend dem Spenderwunsch eingesetzt. Es herrscht völlige Transparenz der eingesetzten Mittel in Bautzen und Tansania. Verwaltungskosten fallen nicht an. Eine Spendenbescheinigung wird bei Angabe der Anschrift zugeschickt.

Ev.-Luth. Kirchenbezirk
IBAN: DE69 8555 0000 1000 0115 57
BIC: SOLADES1BAT
Kreissparkasse Bautzen
Verwendungszweck: Tansania/ Projektbezeichnung

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.