1. Dezember

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.
(EG 1,1)



Kreuzkirche Bischofswerda
(Vereinigte Ev.-Luth. Kirchgemeinde Bischofswerda)

Die Kreuzkirche, eine Begräbniskapelle auf dem Alten Friedhof, ist das zweite Gotteshaus der Kirchgemeinde in dieser Stadt. Schon 1574 hatte man auf dem Alten Friedhof, außerhalb der historischen Innenstadt, eine kleine Gottesackerkirche gebaut. Das heutige Gebäude wurde nach dem Stadtbrand von 1813 wieder aufgebaut und am 4. September 1814 geweiht.


Der schlichte Saalbau besticht besonders durch sein wertvolles Interieur. Als Geschenk des Königs Friedrich August I. erhielt die Kirche aus der Stolpener Schlosskapelle das um 1500 von Christoph Walther, dem Schöpfer des «Totentanzes», gearbeitete Kruzifix, die Kanzel aus Cottaischem Sandstein, eine kostbare Arbeit des 16. Jahrhunderts, die ursprünglich in der alten Dresdner Frauenkirche gestanden hatte, und zwei Figuren: Maria mit dem Jesuskind auf dem Halbmond und die heilige Barbara.

Der Taufstein von 1561 stammt vermutlich aus der 1813 zerstörten Hauptkirche und nicht aus Stolpen; jedenfalls ist er in den Übergabeaufzeichnungen nicht vermerkt.

Auf dem Friedhof finden sich einige aufwendige Grabmäler des 18. und 19. Jahrhunderts. 1898 wurde das Gebäude durch Kirchenbaumeister Quentin erneuert.

1972 fand eine Außensanierung statt, bei der man den Dachreiter entfernte. Ein Jahr später folgte die Innensanierung, bei der die Kirche unter anderem zwei Bleiglasfenster erhielt, von denen eines den Verrat des Petrus und das andere seine Pfingstpredigt darstellt.

Seit den siebziger Jahren wird die Kirche, weil sie beheizt werden kann, auch als Winterkirche genutzt. Die ephorale Jugendarbeit ist froh, mit der Kreuzkirche einen Ort für ihre monatlichen Jugendgottesdienste und ähnliche Veranstaltungen gefunden zu haben.

(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)