10. Dezember

Seht, die gute Zeit ist nah, Gott kommt auf die Erde,
Kranke und Gesunde, Arme, Reiche lädt er ein,
kommt, dass Friede werde, kommt, dass Friede werde.
(EG 18, 1)


Kirche Oßling
(Ev.-Luth. Kirchgemeinde Oßling)

Am Südhang des Oßlinger Berges, mit 198 Metern eine der höchsten Erhebungen zwischen den Sächsischen Mittelgebirgen und der Ostsee, erhebt sich in der Mitte eines gepflegten Dorfes die gelbweiße Oßlinger Kirche mit ihrem roten Ziegeldach und dem 35 Meter hohen Turm.

Oßling, von sorbisch Wósłink («Steinberg»), zwischen Wäldern und Teichen gelegen, am Rand des Dubringer Moores und an Sachsens ehemaliger Nordgrenze, ist Zentralort für eine ländliche Kommunal- und Kirchgemeinde.

Betritt man den Kirchhof vom Dorfplatz her, trifft man auf die «Nagelsche Säule». Dieses Denkmal, geschaffen aus einem Original-Messpunktsockel, erinnert an die Mitteleuropäische Gradvermessung (1862–1890) unter dem sächsischen Geodäsieprofessor August Nagel, bei welcher der Oßlinger Berg ein wichtiger Fixpunkt war. Heute, auf den Kirchhof umgesetzt, ist sie Symbol dafür, dass Kirche und Glauben nicht einfach Relikte vergangener Zeiten, sondern Orientierungspunkte für gelingendes Leben sind.

Die heutige Oßlinger Kirche wurde 1805 an der Stelle des altersschwachen Vorgängerbaus geweiht. Von der alten Kirche sind nur die Bildtafeln eines Altares aus dem 17. Jahrhundert und zwei schöne Epitaphien erhalten. Der Raum wird von dem Altarbild mit dem segnenden Christus geprägt. In den neunziger Jahren konnte das komplette Bauwerk einschließlich sämtlicher Ausstattungsstücke umfassend saniert werden.

In dem schlichten, harmonischen Saalkirchenbau können im Schiff und auf der dreistöckigen Empore bis zu 600 Personen den Gottesdiensten oder den gern besuchten Aufführungen der Oßlinger Kantorei folgen.

Unmittelbar an der Kirche gelegen ist das älteste Oßlinger Schulgebäude, heute das Kantorat der Kirchgemeinde.

Im übernächsten Grundstück den Kirchweg bergan findet man neben dem malerischen Pfarrteich das Pfarrhaus und ein modernes Gemeindezentrum. Auf der entgegengesetzten Seite, gegenüber der Kirche, ermöglicht heute die Evangelische Mittelschule Oßling Kindern aus der ganzen Region wertebezogene Bildung. Das Kreuz über dem Eingangsgiebel der 1902 erbauten Zentralschule für die umliegenden
Dörfer, das selbst in DDRZeiten nie entfernt wurde, weist auf Jesus Christus als Quelle von Wahrheit und Erkenntnis hin.

(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)