14. Dezember

Gott sei Dank durch alle Welt,
der sein Wort beständig hält
und der Sünder Trost und Rat
zu uns hergsendet hat.
(EG 12, 1)


Kirche Hochkirch
(Ev.-Luth. Kirchgemeinde Hochkirch im Kirchspiel Gröditz)

Von weitem schon zu sehen, zeichnet sich vor der Bergkette Hochstein-Czorneboh-Hromadnik die barocke Hochkircher Kirche ab. Das 1720 noch ohne Turm fertiggestellte Gotteshaus ist Orientierungspunkt und Verkündigungsort der Gemeinde, zu der noch 22 umliegende Orte gehören.

Das heutige Kirchengebäude wurde über den Resten eines bereits 1222 vorhandenen errichtet. 1750 ergänzte man den Turm, der sich aus Platzgründen nicht wie sonst üblich auf der Westseite erhebt, sondern nach Osten weist.

In den achtzehnhundertfünfziger Jahren wurde das Kirchenschiff im klassizistischen Stil umgestaltet, seitdem prägt es den Charakter der Kirche ebenso wie das im Nazarenerstil geschaffene Auferstehungsmotiv des Altarbildes. Auf der Rückseite des Altares fand das ältere Altarbild von 1738 eine Wiederverwendung.

2003 wurde die Ausmalung erneuert und 2010 erhielt die Kirche ein neues Geläut mit vier Glocken.

Der 14. Oktober 1758 war ein schwarzer Tag für Hochkirch: Preußen und Österreicher standen sich gegenüber und hatten in nur fünf Stunden mehr als 15 000 Gefallene zu beklagen. An der alten Eingangstür blieben Einschusslöcher als Erinnerung an diese Schlacht zurück.

Zu den besonders beeindruckenden Hinterlassenschaften der ehemaligen Gutsherrschaft gehört neben einigen prächtigen Epitaphien das bemalte Sandsteinrelief mit dem Stammbaum der Familie von Gersdorf an einer der Herrschaftslogen im Innenraum.
Ebenso augenfällig ist die Lehnsche Gruft im frühbarocken Stil an der Südseite der Kirche. Ein Taufstein aus dem 13. Jahrhundert stand lange auf dem Kirchhof und wurde als Blumenkübel genutzt. Jetzt ist er wieder in der Kirche aufgestellt.

Die Hochkircher Gemeinde war lange ein Zentrum evangelischer Sorben. Hier wirkte der Mitherausgeber des ersten sorbischen Gesangbuches und der ersten sorbischen Gesamtbibelausgabe Pfarrer Johann Wauer (1672–1728). Sein Epitaph wurde 2003 restauriert und vom Friedhof in die Kirche umgesetzt.
Der erste sorbische Superintendent Gustav Alwin Mürbe (1882–1958) hatte seinen Sitz in Hochkirch, den er seiner Kritik am Naziregime wegen für fünf Jahre verlassen musste.

Mitte des 19. Jahrhunderts führte eine Auswanderungswelle nach Australien und Texas. So gibt es heute im australischen Staat Victoria einen Ort Namens Hochkirch.

(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)