18. Dezember

Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit
aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit.
Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen,
so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein.
(EG 10, 4)


Kirche Schmiedefeld
(Vereinigte Ev.-Luth. Kirchgemeinde Großharthau)

Schmiedefeld wird 1221 erstmals urkundlich erwähnt. Bald schon gab es auf dem örtlichen Kapellenberg eine Wallfahrtskapelle. Im Jahre 1354 wird in Schmiedefeld ausdrücklich eine Kirche genannt.


1813 wurden Pfarrhaus und Kirche beim Kampf zwischen Franzosen und Russen in Brand geschossen und bis auf die Grundmauern zerstört. An diesen Schreckenstag erinnert eine sich an der äußeren Ostseite der Kirche befindliche Gedenktafel mit drei Kanonenkugeln.

Es dauerte mehr als fünf Jahre, bis die wieder aufgebaute Kirche im Oktober 1818 geweiht werden konnte. Der Turm war um einiges höher geplant worden, doch aufgrund von Mauerwerksabsenkungen konnte er nicht bis zur gewünschten Höhe gebaut werden und musste mit Strebepfeilern abgestützt werden.


In der ruhigen Farbigkeit des Kirchenraumes, die auf einen Entwurf des Pirnaer Baumeisters Theodor Quentin von 1889 zurückgeht, sticht der klassizistische, in grün und hellockerfarben marmorierte Sandsteinaltar mit seiner polygonalen Kanzel hervor. In der gleichen Weise gefasst ist die Taufe aus Sandstein mit einem runden Becken auf einem gedrungenen Säulenschaft.

1821 erhielt das Gotteshaus das Erstlingswerk des Orgelbaumeisters Christian Gottfried Herbrig (1772–1850). Er baute daraufhin eine Vielzahl von Orgeln im regionalen Umfeld, die für ihren guten Klang, gepaart mit solider Handwerklichkeit bekannt waren und heute durch die «Herbrig-Orgelstraße» verbunden sind.


Ihr heutiges Aussehen erhielt die Schmiedefelder Orgel im Rahmen der
Innensanierung der Kirche. Damals wurde der ehemals in Grautönen gehaltene Anstrich des Gehäuses durch eine Holzimitationslasur ersetzt.
Nach der letzten großen Reparatur im Jahre 1970 wurde die Orgel 2008 erneut grundlegend instandgesetzt.

Ein Jahr zuvor war die nach Erzengel Michael benannte Kirche außen saniert worden. Die Renovierung des Innenraums war bereits 1988 erfolgt.

Seine Bronzeglocken hatte Schmiedefeld beim großen Brand 1813 und im Krieg 1917 verloren. Heute erklingt ein 1921 angeschafftes Stahlgeläut.

Auffällig ist die relativ große Kirche im kleinsten Ort dieses Verbundes Vereinigte Ev.-Luth. Kirchgemeinde Großharthau. Schmiedefeld hatte nicht zuletzt als Standort der Poststation an der Staatsstraße lange Zeit besondere Bedeutung. Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts war es Pfarrort für verschiedene Filialgemeinden. Ein weiterer Gemeindetreffpunkt ist neben der Kirche das 1816 erbaute Pfarrhaus. Pfarramt und Pfarrwohnung befinden sich in Großharthau.

(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)