19. Dezember – 4. Advent

Tobias Weisflog

Ich bin Tobias Weisflog und wohne seit dem 21. März 2013 mit meiner Familie in Königsbrück. Nach einem Summer Sabbatical in Greifswald im selben Jahr begann dann in der zweiten Jahreshälfte mein Dienst als Gemeindepfarrer in den Gemeinden Königsbrück und Höckendorf. Oft bin ich dafür dankbar, hier arbeiten und mich einbringen zu können. Seit Jahresbeginn sind wir eine vereinte Kirchgemeinde, die zum Schwesterkirchverhältnis mit Kamenz-Cunnersdorf gehört.

Meine Heimat ist das mittlere Erzgebirge, wo ich in Zschopau geboren wurde und aufgewachsen bin. Heimat aber habe ich auch hier im Westen der Oberlausitz gefunden. Ich freue mich an der Landschaft und über aufgeschlossene Begegnungen mit Menschen, auch mit Pilgern, die häufig bei uns dank des Ökumenischen Pilgerwegs Rast einlegen.

Die Weihnachtszeit hat etwas Schönes, z.B. wenn in vielen Fenstern unserer Wohnung die Schwibbögen leuchten und das warme Licht der Adventssterne ins Zimmer fällt. Auch vom Kirchturm grüßt die gesamte Weihnachtszeit über der große weiße Stern in unsere Stadt hinein.

Für den Weihnachtsfestkreis gefällt mir der Vergleich mit einem guten Essen, einem 3-Gänge-Menü: Den Auftakt bildet der Advent, er ist die Vorspeise, er bereitet Weihnachten vor und hat seine ganz eigene Note, gefolgt vom eigentlichen Weihnachten, der Zeit von Heilig Abend an über den Jahreswechsel bis zu Epiphanias am 6. Januar. Die Zeit nach Epiphanias bis zum 2. Februar, dem Lichtmesstag, gleicht der Nachspeise nach dem Hauptgericht. Es ist schön, wenn Weihnachten Zeit bekommt,  auszuklingen und nachzuwirken. Die Epiphaniaszeit bildet sozusagen den guten „Nachgeschmack“.

Ich finde, es hat auch seinen Wert, wenn im Advent nichtweihnachtliche Aspekte zum Klingen kommen können. Auch sie sollten Raum bekommen, ihnen wohnt Ernst und Vorfreude inne. Dazu gehört auch die Botschaft des 2. Advent vom Wiederkommen Jesu in unsere Welt, von dem ja auch das ganze Jahr über unser Apostolisches Glaubensbekenntnis spricht. So wird die Brücke in die Zukunft geschlagen und gleichzeitig die Botschaft vom Ende des Kirchenjahres aufgegriffen: Der Heiland der Welt, der von Gott für uns alle gekommen ist, kommt am Ende unserer Zeit wieder: Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen, wir wissen dich auf deinem Thron und nennen uns die Deinen. Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und siehet dir entgegen; du kommst uns ja zum Segen! (EG 152,1)

Für mich liegt darin Ermutigung und ein großer Trost. Ich wünsche einen gesegneten Advent!