22. Dezember

O Komm, o Herr, bleib bis ans End, bis dass uns nichts mehr von dir trennt,
bis dich, wie es dein Wort verheißt, der Freien Lied ohn Ende preist.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch uund singt Halleluja.
(EG 19, 3)


Kirche Klix
(Ev.-Luth. Kirchgemeinde Klix)

Aus welcher Richtung man sich dem Dorf Klix in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft auch nähert, das Erste, was in den Blick kommt, ist der Turm der Kirche.


Die Kirche mitten im Dorf ist nicht nur ein Stück Vergangenheit, das in die Gegenwart hineinragt. Durch ihren Standort mitten unter den Häusern macht sie deutlich: Menschen brauchen nicht nur Häuser, in denen sie leben und arbeiten, sondern auch das Haus, in dem sie Gottes Wort hören, seinen Trost, seine Vergebung und damit Hilfe und Vertrauen für das Leben finden. Die Kirche mitten unter den Häusern zeigt etwas von der Sehnsucht der Menschen, eine Mitte zu haben, wo man in der Unruhe des Alltags Halt finden kann.

Die Kirche erzählt viel aus der Geschichte des Dorfes und dem Leben früherer Generationen. 1997 konnte Klix das 775-jährige Bestehen feiern. Wie der Ort, wurde auch die Kirche 1222 erstmals erwähnt.

Im Jahre 1893 wurde die Kirche vom Kirchenbaumeister Theodor Quentin aus Pirna bis auf den 1702 errichteten Turm gänzlich neu gebaut.

Die Gemeinde ist heute sehr dankbar, dass wertvolle Ausstattungsstücke der alten Kirche in den Neubau übernommen wurden: der aus Alabaster gefertigte Altar, eine kunstvolle Steinmetzarbeit von 1544 mit der 1702 vermutlich von Sigismund Kauderbach gemalten Predella, das Epitaph der Familie von Nostitz aus der Malerschule von Lukas Cranach oder die Kanzel aus der Barockzeit.

Vieles, was in der Klixer Kirche bewahrt und erhalten geblieben ist, erzählt vom Weg der Gemeinde durch die Zeiten, durch politische Bedrängnis, von Zerstörung christlicher Traditionen, aber auch von neuen Anfängen.

Von 1983 bis 1986 hat die Kirchgemeinde Klix ihre Kirche unter vielen Mühen und Opfern grundlegend renoviert. So lädt sie heute alle ein, aus der Unruhe des Alltags zur Besinnung und zur Freude zu kommen.

Wer sich die Zeit nimmt, in die Kirche einzutreten oder Gottesdienst mitfeiert, wird manches entdecken. Man muss sich ein wenig Ruhe gönnen, um den Kirchenraum in seiner verkündigenden Sprache zu erleben.


(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)