23. Dezember

„Tröstet, tröstet“, spricht der Herr,
„mein Volk, dass es nicht zage mehr.“
Der Sünde Last, des Todes Fron
nimmt von euch Christus, Gottes Sohn.
(EG 15, 1)


Kirche Maria am Berge Pohla
(Ev.-Luth. Kirchgemeinde Pohla)

Die Kirche «Maria am Berge» in Pohla ist möglicherweise die älteste Kirche der Lausitz. Sie wurde im 10./11. Jahrhundert, nach der Unterwerfung der Sorben und deren Christianisierung, als Taufkapelle aus Feldsteinen und Lehm errichtet.


Im 15. oder 16. Jahrhundert erfolgte die Verlängerung der Kapelle in westliche Richtung. Der Anbau wird seither als Kirchenschiff genutzt und die alte Kapelle wurde zum Chorraum. Im Jahre 1779 erhielt die Kirche ihren Dachreiter. Die Erweiterung des Gebäudes zur heutigen Gestalt fand im 19. Jahrhundert mit dem Anbau der Sakristei und der Herrschaftslogen statt.

Mit Einführung der Reformation in Pohla wurde 1554 Georg Stuhlschreiber von der Universität Wittenberg als erster evangelischer Pfarrer durch Dr. Pomeranus (so wurde der aus Pommern stammende Mitstreiter Luthers Johannes Bugenhagen genannt) ordiniert.

In der folgenden Zeit wurde die Kirche auch im Inneren nach und nach umgestaltet. Die schöne Renaissance-Kanzel mit den Bildnissen der Evangelisten stiftete 1621 der damalige Pfarrer Abraham Frost.

Die umfangreichste Umgestaltung erfuhr die Kirche im Jahre 1839, als die Emporen und die Herrschaftslogen eingebaut wurden. Ein schlichter klassizistischer Altar ersetzte den gotischen Flügelaltar, der bisher in der Kirche gestanden hatte. Dieser wurde ausgelagert und 1895 verkauft, 1910 gelangte er schließlich in das Bautzener Museum. Eine kelchförmige Sandsteintaufe stammt noch aus dem Mittelalter.

Der Name «Maria am Berge» wurde anlässlich des 650-jährigen Kirchjubiläums vergeben, angeregt durch die Inschrift der aus vorreformatorischer Zeit vorhandenen Glocke:

«hilf got maria b(ero)t allis das
vir beginen das ein gut (ente gewinn)».

Die Kirchgemeinde Pohla steht in einem Schwesterkirchverhältnis mit den Kirchgemeinden Demitz-Thumitz, Burkau und Uhyst a.T.

Die schön gelegene, kleine, helle und freundliche Kirche wird neben den Gottesdiensten auch gern als Tauf- und Traukirche genutzt.

(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)