24. Dezember

Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht nur das traute, hchheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmischer Ruh,
schlaf in himmlischer Ruh.

Stille Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht, durrch der Engel Halleluja
tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter ist da,
Christ, der Retter ist da!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund,
da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in deiner Geburt,
Christ, in deiner Geburt!
(EG 46)


Kirche Cunewalde
(Ev.-Luth. Kirchgemeinde Cunewalde)

Cunewalder Lichterpyramide

Mitte des 18.Jahrhunderts hatte das Cunewalder Tal eine schwere Zeit hinter sich: Kriegs- und Pestzeiten hatten viele Opfer gefordert. Doch dann setzte eine Zeit neuer Blüte ein und das vorhandene Gotteshaus entsprach nicht mehr den Anforderungen. Etliche Familien konnten für sich keinen Sitzplatz in der Kirche kaufen.


So entschloss sich die aufstrebende Gemeinde zum Bau einer neuen Kirche. Es sollte nach menschlichem Ermessen nie mehr möglich sein, dass jemand keinen Platz in dieser Kirche findet. So entstand mit 2 632 Sitzplätzen die größte Dorfkirche Deutschlands.

Von 1780 bis 1793 wuchs die Kirche langsam in die Höhe. Arme Webersleute nahmen Hypotheken auf, um wenigstens auf diese Weise eine Spende zum Kirchbau geben zu können. 1793 wurde die Kirche geweiht.

Die Apostel und Heiligenfiguren an den Emporen stammen von einem Flügelaltar aus der Zeit um 1450. Diese und die schöne Renaissance-Kanzel von 1656 erinnerten an die Vorgängerkirche.

Im Laufe von einhundert Jahren wurde das Innere der Kirche nach und nach gestaltet und ausgestattet: 1840 wurde die große dreimanualige romantische Orgel mit 35 Registern fertiggestellt. Der Erbauer Christian Friedrich Reiss aus Neugersdorf war zwar kein Schüler des berühmten Gottfried Silbermann, doch er hatte die gleichen Klangvorstellungen und setzte sie mustergültig um. Noch heute zählt diese Orgel zu den vom Klang her schönsten Orgeln der Oberlausitz.

Zum 100. Kirchweihjubiläum wurde die Kirche kräftig umgestaltet. Der Turm, bislang 30 Meter Höhe insgesamt, wurde um 31 Meter aufgestockt
und bekam eine beeindruckende Spitze.

Im Inneren setzen drei Fenster aus Buntglas Akzente, dazu kam die einheitliche klassizistische Ausgestaltung.

Auch heute noch beeindruckt die Cunewalder Kirche durch ihr außergewöhnliches Fassungsvermögen.


(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)

Cunewalder Lichterzug

Die Lichterpyramide diente in alten Zeiten Weberfamilien als Ersatz für den teuren Christbaum. Etwa 50 solcher Pyramiden werden heute noch in Cunewalder Familien gepflegt und nur am Heiligabend aus der Hand gegeben.

In der um 17.00 Uhr stattfindenden „Christnacht“ ziehen dann etwa 35 Konfirmanden und ältere Kinder nach der Predigt in die abgedunkelte Kirche ein.

Auf dem Altarplatz versammeln sie sich zu einem großen Lichtermeer. Etwa 600 brennende Kerzen bilden dann die Kulisse zum doppelchörigen „Hosianna“.

Nach 20 Minuten ziehen die Pyramidenträger unter den Klängen von „O du fröhliche“ wieder aus der Kirche aus. Dann ist es für die etwa 2.000 Gäste aus nah und fern richtig Weihnachten geworden.