3. Dezember

Ihr lieben Christen, freut euch nun, bald wird erscheinen Gottes Sohn,
der unser Bruder worden ist, das ist der lieb Herr Jesus Christ.
(EG 6,1)


Johanneskirche Kirschau
(Ev.-Luth. Kirchgemeinde Kirschau)

Im Mittelalter war der kleine Ort Kirschau ein unbedeutendes Bauerndorf an der Kreuzung der Salzstraße von Halle nach Zittau und der böhmischen Straße von Bautzen nach Prag.

Über einer Furt durch die Spree thronte die Burg Körse, die dem Ort letztlich den sorbischen Namen «Korzym» gab. In alten Protokollen finden wir einiges über die kirchliche Versorgung des «Lausitzer Dorfes Kirschau».

Wir lesen da: «Kirschau gehörte ursprünglich zur St. Nicolaikirche Bautzen. Lange war es eine ‹regellose Parochie›; die evangelisch-lutherischen Bewohner waren mit der ‹acta ministrale› an den katholischen Pfarrer in Schirgiswalde gewiesen, bis sie nach ‹langwierigen und schwierigen Verhandlungen› endlich 1834 nach ihrem ‹guten und freiem Willen› in Wilthen eingepfarrt wurden.»

Der erste Versuch des inzwischen durch Textilfabriken reich gewordenen Dorfes, sich eine eigene Kirche zu bauen, datiert aus dem Jahre 1900. Aber erst im Jahre 1922 wird der Bau einer Kirche auf dem Bergrücken an der Straße von Bautzen nach Wilthen von der Kirchenleitung genehmigt.

Die Finanzierung wird zu großen Teilen von Adolf Friese und weiteren Fabrikbesitzern sowie durch Spenden gesichert. Für den Rundbau mit Kuppeldach wird 1922 der Grundstein gelegt, die neue Kirche dann 1924 feierlich geweiht.

Die Orgel mit 24 klingenden Registern und mehr als 1500 Pfeifen stammt aus der Werkstatt der Dresdner Firma Jehmlich. Das Geläut besteht heute aus vier
Glocken.

Die Ausmalung des Kirchenraumes war in dunkler Ornamentik mit einem Sternenhimmel in der Kuppel ausgeführt worden. In den sechziger Jahren wurde sie mit einem einheitlich hellen Farbton übermalt.

Das Altarbild verknüpft die Leidensgeschichte Jesu mit dem Leben und Sterben des im Ersten Weltkrieg gefallenen Johannes Friese, dem Sohn des Hauptspenders. 2007 / 08 erfolgten die Neudeckung des Kirchendaches und die Erneuerung des Außenputzes.

Seit 1975 stehen die Kirchgemeinden Schirgiswalde und Kirschau in einem Schwesterkirchverhältnis. 2005 wurden diese beiden Gemeinden mit Crostau verbunden.

(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)