5. Dezember

Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt,
bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held,
den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht ud Leben
versprochen hat zu geben, bei aen kehren ein.
(EG 10, 1)


Kirche Baruth
(Ev.-Luth. Kirchgemeinde Baruth im Kirchspiel Gröditz)

Baruth soll schon 1025 der Herrensitz eines Nicolaus von Gersdorff gewesen sein, der dem Ort die Namen seiner beiden Kinder Babo und Ruth gegeben haben soll. 1180 wurde der Name Baruth erstmals durch Utha von Baruth, die mit Konrad von Kittlitz vermählt wurde, erwähnt.


Der Bau der heutigen Kirche in Baruth erfolgte 1704 / 1705. Der Turm wurde 1768 errichtet.

Während des Napoleonischen Krieges brannte das Dorf am 21. Mai 1813 fast vollständig nieder. Auch die Kirche wurde schwer beschädigt. Auf ihren Resten erbaute man das heutige Gotteshaus, wobei die äußere Gestalt des Vorgängerbaus erhalten blieb. Am 1. Advent des Jahres 1819 wurde die neue Kirche geweiht.

Wer die Kirche durch den im Westen stehenden Turm betritt, kommt in einen saalartigen, hellen Raum mit jeweils zwei Emporen auf beiden Seiten. Sein Blick wird sogleich auf den Kanzelaltar geführt, der die Sinne des Besuchers auf das Zentrum unseres Glaubens lenkt, auf Wort und Sakrament.

Die sehr schlichte, fast schmucklose und in der Farbigkeit zurückhaltende klassizistische Ausstattung soll vor jeglicher Ablenkung während des Gottesdienstes bewahren.

Eine Orgel der Firma Hermann Eule mit klassizistischem Prospekt begleitet die rege Kirchenmusik der Gemeinde.

Ein erwähnenswerter Gutsherr und Kirchenpatron war Nikol Freiherr von Gersdorff, der Großvater des Grafen Nikolaus von Zinzendorf. Vier wertvolle Grabmale dieser Adelsfamilie sind in der Kirche aufgestellt.

Zu Baruth gehörte ursprünglich ein bedeutendes Schloss, das 1949 / 50 abgerissen wurde. Dem damaligen Pfarrer Rentsch gelang es, einiges Inventar der Schlosskapelle zu retten, so Teile der kleinen Orgel und den prächtigen Kanzelaltar, der um 1700 möglicherweise von dem berühmten Holzbildhauer Theodor Pausewein geschaffen worden war. Mit der Darstellung Gottvaters mit dem Reichsapfel und segnender Gebärde, dem gekreuzigten Christus zu dessen Rechten und der Taube thematisiert dieser Altar die Trinität Gottes. Dieser bedeutende Altar fand seinen Platz in der Friedhofskapelle.

Zur Kirchgemeinde Baruth, an der nordöstlichsten Grenze der sächsischen Landeskirche gelegen, gehören sieben Dörfer mit etwa 780 Gemeindegliedern. Mit den Gemeinden Gröditz und Weißenberg-Kotitz ist Baruth Teil des Kirchspiels Gröditz und auch Sitz des Pfarramtes. Neben den wöchentlichen Gottesdiensten und anderen Gemeindeveranstaltungen feiert die Gemeinde im Sommer auch Gottesdienst am Olba-See unter freiem Himmel und erfreut sich an kleinen, aber präzisen kirchenmusikalischen Angeboten von a capella bis Posaunenchor.


(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)