8. Dezember

Das Volk, das noch im Finstern wandelt – bald sieht es Licht, ein großes Licht.
Heb in den Himmel dein Gesicht und steh und lausche, weil Gott handelt.
(EG 20, 1)



Kirche Lomnitz
(Ev.-Luth. Kirchgemeinde Lomnitz)

Am Rand der Laußnitzer Heide liegt das Dorf Lomnitz. Kommt man von Wachau oder Seifersdorf her, leuchtet einem der helle Kirchturm schon von Weitem entgegen. Im Dorf, findet man neben der Kirche einen schönen Friedhof, einen ebenso schönen Pfarrhof mit alten Bäumen und einer großen Wiese sowie das Pfarrhaus mit Fachwerk.

Lomnitz hat heute ungefähr 1 000 Einwohner. Davon gehören etwa 300 der evangelisch-lutherischen Kirche an. 1928 wechselte der Pfarrsitz in die Schwesterkirchgemeinde Großnaundorf. Seit dem Jahre 2008 befindet sich das Pfarramt in der seit 1999 ebenfalls dazugehörigen Schwesterkirchgemeinde Lichtenberg.

Die Lomnitzer Kirche wurde, nach dem Abtragen einer älteren und kleineren
Kirche, 1840/41 im Stile des Klassizismus erbaut.

Die Ausmalung im Jugendstil erfolgte 1915. Im Jahr danach wurde die Jehmlich-Orgel gebaut. Seit den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts werden Kirche und Pfarrhof Lomnitz als Gesamtanlage zu den «älteren Bau- und Kulturdenkmalen Sachsens» gezählt.

Von der Dorfseite her etwas zurückgesetzt, bietet das Ensemble einen sehr schönen Anblick und lädt den Betrachter zum Verweilen ein.

Zu Anfang der neunziger Jahre befand sich die Kirche in einem traurigen und bautechnisch gefährlichen Zustand. Vor allem Holzschädlinge hatten ganze Arbeit geleistet. Die Sanierung der Kirche begann 1994 mit dem Kirchturm. Die größte Gefahr lauerte aber im Kirchenschiff, das durch den aus den Fugen geratenen Dachstuhl bereits gefährliche Risse hatte.

Von 2004 bis 2006 fand die grundlegende Sanierung des Kirchenschiffes mit umfangreicher Förderung durch Staat und Kirche statt. Einen bedeutenden Anteil am Gelingen hatte auch die ganze Dorfgemeinschaft zusammen mit dem «Förderverein Dorfkirche Lomnitz».

Besonders hervorzuheben und in der Umgebung sonst nicht zu finden, ist die Holztonnendecke mit ihrer Jugendstilbemalung. Das variable Gestühl ermöglicht die Nutzung des Kirchenraumes außer für Gottesdienste auch für Gemeindefeste, geistlichen Tanz und Konzerte.

Ihren Besuchern vermittelt unsere Kirche heute ein Gefühl würdiger und klarer Schönheit. Und wer dann Lomnitz wieder verlässt, wird möglicherweise vom harmonischen Klang der Glocken noch ein Stück auf seinem Weg begleitet.


(Text und Fotos aus „Komm und sieh“, hrsg. vom Ev.-Luth. Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Lusatia Verlag, Bautzen, 2011)